Lesen – Höre auf das Schweigen

„Wenn ich den andern so sehe (lese?) wie er ist, so kann ich zum Beispiel merken dass jemand sich ärgert, selbst wenn er es nicht offen zeigt; aber ich kann ihn auch noch tiefer kennen, und dann weiß ich, dass er Angst hat und sich Sorgen macht, dass er sich einsam und schuldig fühlt. Dann weiß ich, dass sein Ärger nur die Manifestation von etwas ist, was tiefer liegt, und ich sehe in ihm dann den verängstigten und verwirrten, d. h. den leidenden und nicht den verärgerten Menschen.“ (Erich Fromm)

„Wenn ich spreche, mein Lieber, darfst du nicht auf die Worte hören. Höre auf das Schweigen.“ (Anthony de Mello)

„Selig die Klarheit, jemanden so zu sehen und zu lesen, wie er, im gegebenen Augenblick, in seiner Individualität und Tiefe (unter der Persona?) ist; jemanden so gut zu erkennen, dass man weiß, wie er sich fühlt, auch wenn er etwas anderes sagt, und schließlich sogar das Wissen um den Grund seines Gefühls.“

„Nur wenige Menschen sind bescheiden genug, um zu ertragen, daß man sie richtig einschätzt.“ (L. de C. Vauvenargues)

Für Erich Fromm steht fest, dass der Mensch das Geheimnis aller Dinge niemals begreifen, aber durch die Liebe erkennen kann.

“Wer liebt erkennt die seelische Not im anderen, die keiner sonst sieht. Nur die tiefe Liebe versteht den anderen, traut ihm, vergibt ihm. Die tiefe Liebe sieht das Unsichtbare, sie kennt die Herzen.” (Dr. Herbert Madinger)

“Nur wer den Menschen liebt, wird ihn verstehen. / Wer ihn verachtet, ihn nicht einmal sehen.” (Christian Morgenstern)

„Was ist ein wahres Geheimnis? Etwas, das für jeden offen da liegt – und der eine erkennt es, der andere jedoch nicht.“ Lao-Tse

Der Edle … sieht (erkennt?), ohne hinzublicken …“ Lao-Tse

Wichtiger als das, was wir uns sagen, ist das, was wir uns verschweigen.

„Wo immer ihr sein mögt, schaut euch um, auch wenn scheinbar nichts zu sehen ist; lauscht, wenn alles scheinbar still ist.“ (Anthony de Mello)

Nun geh’ nach Hause und höre auf jedes Wort, das sie dir nicht sagen.

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